Lerntherapie & Lernförderung – was ist das?
In der klassischen Lernförderung geht es in erster Linie um die fachdidaktische Aufarbeitung und Erweiterung des (schulisch) erlernten Fachwissens eines Kindes. Die fachliche Vorbereitung auf Klausuren und andere Prüfungen, das Wiederholen und Üben des erlernten Schulstoffes gehören neben der Unterstützung bei den Hausaufgaben zum Bereich einer Lernförderung. Die Lerntherapie ist eine besondere Form der außerschulischen Lernförderung. Hierbei arbeitet die integrative Lerntherapie zugleich auf pädagogischen, psychologischen, sozialen und medizinischen Grundlagen. Wenn Kinder in die Lerntherapie kommen, haben sie meist einen langen Weg hinter sich. Lehrer, der schulpsychologische Dienst, der Kinderarzt und manchmal auch ein Kinder- und Jugendpsychiater haben das Kind untersucht, getestet, begutachtet und mit Diagnosen versehen. Hinzu kommen Aussagen wie „Du kannst das, du musst nur wollen!”. Damit unterstellt man dem Kind fehlenden Willen. Alles zusammen kann Kinder und Jugendliche nachhaltig verunsichern.
In erster Linie geht es in der Lerntherapie um den Erwerb von Lernkompetenzen, darum, langfristig Lernerfolge zu erzielen, das Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken und wieder Freude am Lernen erfahren zu können. Eine Lerntherapie ist geeignet für Kinder und Jugendliche, die trotz ausreichender Beschulung Lern- und Leistungsstörungen entwickelt haben – v.a. im Bereich des Lesens, Schreibens und Rechnens oder auch Schwierigkeiten bei der Konzentration und Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum haben.
Eine Lerntherapie setzt an den Fähigkeiten des Kindes an, nicht an dem „Nicht-Können“. Sie diagnostiziert und behebt Schwierigkeiten beim Lernen, arbeitet an Schul- und Versagensängsten des Kindes, entdeckt und entfaltet die individuellen Kompetenzen eines jeden Kindes, baut vorhandene Fähigkeiten weiter aus und stärkt somit das individuelle Selbstvertrauen. Die Lerntherapie entwickelt individuelle Lösungs-, Konzentrations- und langfristig anwendbare Lernstrategien.
Lernförderung

Lerntherapie

Lerntherapie bei :
Legasthenie / Lese-Rechtschreibschwäche
DIn der Legasthenieforschung werden grundsätzlich zwei Formen der Legasthenie, auch Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) genannt, unterschieden: die angeborene und die erworbene Legasthenie. Beide Legasthenieformen jedoch sind „immun“ gegen eine klassische Lernförderung und bedürfen einer gezielten Lerntherapie. Die Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) / Legasthenie entsteht aufgrund veränderter Sinneswahrnehmungen (Optik, Akustik, Raum-Zeit). Deshalb ist ein Kind, das von Legasthenie betroffen ist, mit den üblichen Methoden des Lehrens und Lernens in der Schule meist überfordert. In der Lerntherapie lernt es, eine eigene Strategie des Lernens und Begreifens zu entwickeln und Lernkompetenzen zu entfalten, damit das Lernen wieder Erfolge und Freude bereitet.